Und jetzt richtig

Author: brun
31/03/2010

“Heyyy Schätzchen, neinnnn, ich bin immer noch in England, Baby!”

Der Mann mit dem Handy war Deutscher. Und das hörte man. Samstag 27. März war er, wie wir, beim Navigationstraining. Leider ohne Lagonda, denn der Wagen steht immer noch und wartet bis neue Radlager geliefert werden.

So ein kleines Training ist schon was sinnvolles. Es soll ja Teilnehmer geben die sich in der Wüste der Mongolei verfahren und erst dann ihr Garmin GPS-Gerät aus der Packung nehmen. Kein Scherz. Deswegen fuhren viele Peking-Paris-Teilnehmer am Samstag ein kleines Rallye, 75 km nur, im schönen Oxfordshire. Wir auch. Etwas verschlafen zwar, zugegeben, denn die Fahrt am Freitag nach Abingdon, das gute Italienische Restaurant, der Wein, der Grappa und die kurze Nacht: das ist ja alles ganz anstrengend.

Aber wenn in England, dann wie die Engländer. Speck, Würstchen und Bohnen zum Frühstück. Schlamm, Speed und Big Healey zum Mittag. Hach, wie schön es sich doch lebt auf nassen Englischen Landstraßen, bei infernalischem Gebrüll und lecker verbranntem Heu am Auspuff. Wegepunkte, GPS-Koordinate und Chinesenzeichen dazu, fertig.

Wichtiger aber war das Briefing am nächsten Tag. Die gute Nachricht: die meisten Teilnehmer sind gestörte Klassikerfreaks, exzentrische altreiche Sammler oder, einfach so, ganz nett. Wir haben außerdem eine verdammt gute Rallye-Organisation. Man hat die ganze Strecke bekannt gegeben, und sie ist unfassbar schön. Einige Highlights: 8 bis 10 Stunden Fahrt am Tag. Die längste Tagesfahrt sind insgesamt 720 km. Und wir schlafen 9 oder 10 Nächte in Zeltlagern, in den Wüsten der Mongolei und Kasachstan.

„That’s why I’m in this rallye: to see cars and guys like this“, sagte der alte Amerikaner, und schaute sich leicht gerührt David Ayre und sein Itala an. Und genauso ist es. Bilder gibt’s hier.



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